Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)

Im Rahmen der Maßnahme „Regionalvermarktung stärken“ unterstützt die ILE Jura- Scheßlitz in Zusammenarbeit mit der Öko- Modellregion Obermain – Jura die Gründung einer solidarischen Landwirtschaft.

Nachdem im Juli zwei Infoveranstaltungen in Scheßlitz und Stadelhofen durchgeführt wurden, fand sich das Orga- Team zusammen, welches sich aktuell wöchentlich trifft. Die SoLaWi „Giechburgblick e.V. (in Gründung)“ startete im Mai 2022. 

Für das Jahr 2022 sind alle Ernteteile vergeben. Am besten gleich für die Warteliste 2023 anmelden! 

Hier finden Sie weitere Infos zum Projekt.

Solidarische Landwirtschaften sind regionale Partnerschaften zwischen Erzeuger*innen und Verbraucher*innen von Lebensmitteln. Mit einem festen monatlichen Beitrag werden die Kosten der landwirtschaftlichen Tätigkeit (und allen anderen anfallenden Kosten, wie Pacht, Jungpflanzenankauf etc.) von den Mitgliedern
getragen. Dafür erhalten diese im Gegenzug einen Anteil an den hergestellten Lebensmitteln.

In Deutschland gibt es aktuell 244 SoLaWi’s, wobei sich deren Zahl von 2017 bis 2019 verdoppelte (Quelle: https://www.landwirtschaftskammer.de/)

Das solidarische Prinzip

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine SoLaWi zu gestalten. Im Falle der SoLaWi im
Raum Scheßlitz wird ein Verein im Hintergrund stehen. In unserem Fall stellt der Verein eine oder mehrere Gärtner*innen an. Die Verbraucher*innen, bei uns „Ernteteiler*innen“ genannt, schließen zu Beginn des Erntejahres einen „Ernteteilervertrag“ mit dem Verein ab, in dem sie sich verpflichten, über ein Jahr einen festen monatlichen Betrag an die SoLaWi zu bezahlen. Im Gegenzug bekommen diese wöchentlich einen Anteil der Ernte in Form einer Gemüsekiste. Sollte die Ernte extrem reich ausfallen, bekommen die Ernteiler*innen sehr viel für ihren Beitrag. Fällt die Ernte geringer aus, so ist auch der Ernteanteil geringer. Der monatliche Beitrag bleibt jedoch gleich. So erhält der Gärtner*in Planungssicherheit und hat unter anderem auch die Möglichkeit vielfältigere Sorten anzubauen. 

Eine SoLaWi ist jedoch viel mehr als nur ein regionaler Gemüsekreislauf. Transparenz und Miteinander werden hier großgeschrieben. Auch gibt es Möglichkeiten zu bestimmten Aktionen auf dem Feld mitzuarbeiten, was insbesondere für Kinder oft wunderbare Feld- Nachmittage sind. Die Gärtner*innen werden fair bezahlt und sind in der Wertschöpfungskette eingebunden. Häufig bilden SoLaWi’s Anknüpfpunkte für Bildungsarbeit und viele weitere Möglichkeitsräume (Aufstrichgruppen, Lagerfeuerabende am Feld, gemeinsames Ernten u.v.m.)

Eine SoLaWi – vielfältige Chancen

Sie als Ernteteiler*in

  • erhalten gute Qualität: frische, vielfältige, saisonale, und regionale Nahrungsmittel
  • gewinnen Transparenz: sie wissen, wo und wie die Nahrungsmittel angebaut werden, wer sie anbaut und zu welchen Kosten dies geschieht
  • fördern regionale Nachhaltigkeit: Aufbau ökonomischer Strukturen, durch die eine lebendige lokale Landwirtschaft gestärkt wird
  • bekommen Zugang zu Erfahrungsräumen und Bildung: die Möglichkeit, sich Wissen über den Anbau und die Herstellung von Lebensmitteln und über die Pflege der Erde zu erwerben (Besonders auch für Ihre Kinder)
  • erleben alte Gemüsesorten und Kreativität in der Küche
 

Unsere
Gärtner*in

  • erhalten Planungssicherheit und die Möglichkeit der Unterstützung durch eine Gemeinschaft. 
  • teilen das Risiko, das die landwirtschaftliche Produktion mit sich bringt (z.B. schlechte Ernte auf Grund von Witterungsbedingungen).
  • erhalten ein gesichertes Einkommen und somit die Möglichkeit, sich einer gesunden Form der Landwirtschaft zu widmen.
  • erhalten einen größeren Gestaltungsspielraum für ihre Arbeit: z.B. die Anwendung von einer guten landwirtschaftlichen Praxis, die unter marktwirtschaftlichen Sachzwängen nicht immer möglich ist; experimentelle Anbauformen, Förderung der Bodenfruchtbarkeit, tiergerechtere Haltung, Anbau samenfester Sorten.
  • gewinnen mehr Freude an der Arbeit, da sie wissen, für wen sie die Lebensmittel anbauen.
  • erleben mehr Mitbestimmungsmöglichkeit ihres Arbeitsalltags: Arbeitsstrukturen, die mehr Freizeit und Urlaub ermöglichen, als sonst in dieser Branche üblich ist
 

Die SoLaWi selbst

  • ist geschützt vor Veränderungen des Marktes.
  • kann Produkte verwerten, die normalerweise auf Grund von Marktnormen im Müll landen würden. Durch SoLaWi wird bei den Verbraucher*innen ein entsprechendes Bewusstsein geschaffen und somit werden weitaus weniger Lebensmittel weggeworfen.
  • kann eine größere Vielfalt (z.B. seltene Gemüsesorten, bedrohte Haustierrassen) anbieten.
  • ist Anknüpfpunkt für Bildungsarbeit und bietet neue Möglichkeiten
    als Netzwerk für Direktvermarkter*innen der Region.
 

Die Region

  • kann durch die Vielfalt in der Landwirtschaft ein Ort mit höherer Lebensqualität werden.
  • Kann durch weitere Projekte gestärkt werden, die durch das Zusammentreffen der vielfältigen Fähigkeiten der Verbraucher*innen entstehen (z.B. Tauschringe, Nachbarschaftscafés, Einmachtreffen usw …).
  • erfährt einen ökonomischen Impuls, da die Wertschöpfung zunehmend in der Region bleibt.
Wenn Sie selbst jede Woche frisches, regionales Gemüse beziehen möchten, können Sie Ernteteiler*in werden.  Das bedeutet konkret: Sie bezahlen für ein Jahr einen festen Beitrag pro Monat an die SoLaWi und bekommen dafür jede Woche einen Anteil der Ernte. Der Anteil kann natürlich je nach Jahreszeit variieren. Auch die Gemüsesorten werden sich je nach Saison verändern
 

Häufige Fragen

Ich habe prinzipiell Interesse, was kann ich jetzt tun?

  • Sie können sich bei uns für eine Warteliste vormerken. Dafür bitte eine E-Mail an solawie-giechburckblick@gmx.de 
 

 Was wird ein Ernteanteil kosten?

  • Die exakten Kosten sind noch nicht festgeschrieben. Aktuell plant die SoLaWi im ersten Jahr mit einem „mittlerem“ Ernteanteil, bei dem mindestens 5 – 7 verschiedene Gemüsesorten in der Gemüsekiste landen sollen. Preislich kalkuliert die SoLaWi mit 50€ im Monat, also 12,50€ pro Woche für einen Gemüseanteil, der für ca. 2 Erwachsene Personen ausgerichtet ist. Die SoLaWi vermittelt ebenfalls Anfragen für kleinere Anteile, sodass sich zwei einzelne Personen mit einer Gemüsekiste zusammenschließen können. Die Aufteilung des Ernteanteils handeln diese unter sich aus.  
 

Muss ich als Ernteteiler*in am Feld mitarbeiten?

  • Auch hier gibt es verschiedene Modelle innerhalb der SoLaWi. Im Normalfall wird eine Mitarbeit nicht vorausgesetzt. Es kann allerdings zu freiwilligen Feldaktionen aufgerufen werden, bei denen mit angepackt werden darf. Besonders für Kinder sind diese Tage alles andere als bloße Arbeit. Das kann z.B. die Pflanzung von Jungpflanzen sein, Kartoffelernte u.v.m.
 

Wie kann ich mir so einen Abholtag vorstellen? Wie komme ich an meine Kiste?

  • An dem vereinbarten Abholtag (Donnerstag) stellt der Gärtner*in die Ernte in verschiedenen Kisten zur Abholung bereit. Ein bewährtes Konzept ist es die Menge der Anteile auf einer Tafel preiszugeben. Jeder Ernteteiler*in kann sich dann den zustehenden Anteil in seine Kiste packen.
 

Wo wird die Abholstation sein?

  • Es hat sich bewährt mindestens einen Abholtag in der Woche am Feld anzubieten. Hier wäre diese in Scheßlitz. Es gibt aber auch die Möglichkeit weitere Abholstationen zu etablieren, zum Beispiel für die Jura Gemeinden oben auf dem Jura, sollten sich genügend Ernteteiler*innen aus dem Gebiet melden. Die Expansion der Abholstationen ist für das Erntejahr 2023 geplant. 

Du hast es satt darauf zu warten, dass endlich etwas geschieht? Du möchtest selbst Teil der aktiven Gruppe sein, Veränderungen anstoßen und dich einbringen? Dann bist du hier genau richtig!  

Das Orgateam der SoLaWi freut sich über neue Aktive! Hier hast du nicht nur die Möglichkeit mit motivierten Menschen aus deiner Umgebung neues zu gestalten, sondern kannst auch dich und deine Stärken in unser Team einbringen. Am Ende lernen wir alle voneinander und stellen ein zukunftsfähiges Projekt auf die Beine mit vielen Anknüpfmöglichkeiten für weitere Ideen.

Wir sind aktuell in Arbeitskreisen organisiert:

  • AK Verein: Alles rund um das Thema Recht und Vereinsgründung
  • AK Finanzen: Alles zum Thema Finanzierung, Anfangsinvestitionen, Lohnkosten, Spenden und Co.
  • AK Öffentlichkeitsarbeit: Alles rund um die Kommunikation, Pressemeldungen, Informationsstreuung, Anwerbung von Ernteteiler*innen und Crowdfunding
  • AK Pflanzen: Alles rund um den Anbau, das Feld und die gärtnerischen Inhalte

Die einzelnen Arbeitskreise arbeiten unabhängig voneinander und treffen sich regelmäßig in großer Runde.

Schreibe uns gerne eine E-Mail (solawi-giechburgblick@gmx.de) oder schau spontan beim nächsten Orgatreffen vorbei! Den Link findest du unter „Veranstaltungen“

Hier gibt es weiterführende Informationen und Dokumente:

Allgemeine Projektinfos zur SoLaWi im Raum Scheßlitz

Handzettel SoLaWi infos

Weitere Informationen vom SoLaWi Netzwerk deutschlandweit

https://www.solidarische-landwirtschaft.org/startseite

Benachbarte, bereits laufende SoLaWi’s:

Obermain

https://solawi-obermain.de/

Bamberg

https://www.solawi-bamberg.de/

Ebermannstadt

https://solawi-ebermannstadt.de/

>Hier gibt es einen kleinen Einblick über unser letztes halbes Jahr: